Nachdem sie aber etwa eine Stunde auf der Bühne standen und "nur noch einen Song" spielen wollten, als man sie höflich darauf hinwies, dass sie längst ihre Bühnenzeit überschritten hatten, riss auch mir der Geduldsfaden. Ich resümiere: nervig und nicht weiter der Rede wert.
(Und der Lichttechniker im FZW schaltet immer noch zwischen jeden Lied das Arbeitslicht an. Den sollte man mal zu einem Praktikum am Theater verdonnern. So von wegen Stimmungswechsel und so.)

Eine ewige, aber diesmal wirklich interessante Umbaupause. Nach und nach häufte die Band (ohne Roadie) Instrumente, inkl. Tröten, Töpfe, Schalen und anderen abgefahrenen Geräuscheklunker auf die Bühne. Penibler Umpositionierung und Volvic-Check, Auftritt Man Man. Allesamt in weiß und mit Kriegsbemalung betraten sie nacheinander das Podest und schlugen ohne jegliches Vorwort manisch in ihre Instrumente ein, als ginge es darum, eine Schlacht zu gewinnen. Xylophon versus Mulitinstrumentalist. Spaghettitopf, ich klopp dich nieder, dooaah! Deswegen auch keine Atempause (oder Vermasselgelegenheit durch den Lichtmenschen) zwischen der ersten Sektion von etwa 5 Liedern; dabei auch der Opener Mr Jung Stuffed vom aktuellen Album "Rabbit Habbits").
Sämtliches war Percussion, ob nun die Scheinwerfertraversen, ein Rhodesklavier, eine Schale mit Wasser, Plastikmünzen - oder der Rücken eines Zuschauers.
Ob die Comedyelemente nun beabsichtigt sind, sei dahingestellt. Wenn sich Honus Honus und der Drummer Pow Pow anstarrten und Faxen machten, syncron in die Höhe sprangen, mit Gravitation auf ihre Instrumente einschlugen, die anderen choralisch in ihre Bärte summten und man jeden musikalischen Break auch pantomimisch erkennen konnte, war das nicht mehr nur Konzert. Es war Show, es war Perfomance. Oder übertreiben wir gleich, es war Happening. Wie sonst kann man sich die plötzlich übergeschwappte Hysterie im Publikum erklären, den ständigen Impuls, die Arme in die Höhe zu strecken und zu kreischen? Übertragbarer Wahnsinn? Ein Fall für die Psychologen und Sozialforscher.
Jedenfalls wirkte die Spielfreude ziemlich ansteckend. Meine Befürchtung, es seien zu wenige Leute anwesend (laut Veranstalter etwa 25 inkl. Gästeliste), stellte sich also als überflüssig heraus. Die dummen Menschen, die sich diesen furiosen Abend entgehen ließen!
Mein favorisierter Man Man Mann ist übrigens Chang Wang (aka Billy Dufala). Genau seit dem furiosen, unnachahmlichen Schreimoment, der gefühlte Minuten anhielt. Tatsächlich bot Honus Honus ihm nach einer Weile eine Flasche Volvic an. C W hielt kurz inne und die Crew spielte weiter. Arschcool der Typ mit der Ray Ban Brillenfassung und der schäbigen Baseballcap.
Ich resümiere: Eine Offenbarung. Beste Liveshow.
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