Meinem morgendlichen Plan, in der Introlounge mein Handy aufzuladen und dabei gemütlich noch Fremde und Freunde zu treffen, wurde ein Strich durch die Rechnung gemacht. Einlass erst um 15 Uhr.

Dann also zum Audiolith Parkplatzrave. Zwar gab es kein Freibier, aber schon Mittags um halb 2 WodkaTonic mit Gurke. Seltsame Kombination. Frittenbude machten Spaß, Plemo hatte ich ja schon eine Woche zuvor. Juri Gagarin hätten sie auch ins Line-Up integrieren sollen.
In der Zwischenzeit ist mein Handy natürlich abgeschmiert, sodass ich um 15 Uhr pünktlich am Einlass zum Festivalgelände stand und Saalschutz und Egotronic verpasste. Da blutet mir das Herz, vor allem bei den Schweizern. Wieder Schauer, und auch um halb 4 ließ man die wartende Meute noch nicht hinein.
Irgendwann fand ich mich dann aber doch in der Orangerie wieder. Mit einem Ladegerät an der Steckdose, sowie einem Softeis in der Hand ging es mir gut (bis ich zwei mal die falsche PIN eingegeben habe, aber das ist eine andere Geschichte).

Während Boris Fust in der Introlounge aus seinem Buch las, fing PeterLicht auf der Hauptbühne an bis die in die Orangerie stürmende nasse Meute eine Konzertunterbrechung bestätigen. Also wieder Glück gehabt, ich blieb im Trockenen.
Handyakku: 87%. Die Charging Station war wieder "out of order". Man hatte scheinbar bemerkt, dass ich Strom abzapfte.
Nachdem ich mich als "Robin R Rauschenbaby" geoutet hatte, ging es dann zurück zum Zelt, Pausieren mit Spirituosen.
Die letzten zwei Lieder, die ich von Fujiya & Miyagi noch mitbekam, waren sehr gut. Vielleicht lag das aber auch nur an meinem Zustand und diesen verstärkenden Strobolicht.

Ein gewisser Faktor war es bestimmt, der dann auch teilweise noch bei den langerwarteten Friendly Fires gut wirkte. Das erste Lied Photobooth haben sie verhunzt. Ich war ein bisschen enttäuscht und dann musste man auch noch warten bis der Sturm draußen vorbei war (wobei...ich war ziemlich froh, dass ich in der überdachten Gemini Stage stand, obwohl die Veranstalter meinten, wir sollten aus sicherheitstechnischen Gründen die Bühne verlassen - sehr lustig!). Als sie endlich die Show fortsetzten, war ich sehr zufrieden. Ziemlich zufrieden. Ich werd noch Fan von Kuhglocken und was sollte überhaupt der Handstaubsauger an der Gitarre? Mit dem schwingenden Holzboden fühlte ich mich in die Goldkante versetzt und tanzte in Gedanken bei Bochum am Meer. Ein Highlight!
Mit weiser Vorahnung machte ich mich bereits um halb 11 auf den Weg zum Melt!Klub. Miss Platnum hatte zu dieser Zeit begonnen, doch mein Augenmerk lag auf den darauf folgenen Slot: The Whitest Boy Alive. Schon von weitem konnte man trotz schlechter Beleuchtung die Menschenmassen im Gematsche stehen sehen. Irgendwie konnte ich mich aber doch nach vorne drängeln und musste fast lachen, als tatsächlich nur 3 Secruityschränke versuchten, die Massen zu halten. Einer für den Minieingang, einer für den provisorischen Ausgang, wo allerdings die Leute auch durchwollten und einer, der Richtung Klubtür rennende Menschen einfing. Mein erster Versuch scheiterte, der zweite (unaufällig sich umschauen, so tun, als würde man den Klub verlassen wollen und dann, wenn der Schrank schon wieder jemanden einfängt, sich zur Tür vorbeischleichen) funkionierte dann. Erwähnenswert wäre da aber, dass genau in dem Augenblick, in welchem ich den warmen und trockenen Klub endlich betrat, ein Event Guard panisch die Tür schloss. Das hieß also, dass weder Leute rein noch raus konnten. Welch Witz, wenn er dachte, das Problem so zu lösen.

Wie auch immer. Ich war drin und schob mich bis nach ganz vorne, um dann die zweite Hälfte von Miss Platnum halb mitzuverfolgen und dann knapp eine Stunde durch technischer Verzögerung auf Erlend Oye und seine Jungs zu warten.


Der Auftritt war gut, keine Frage. Ich genoss aber ein wenig mehr die Sicht auf das wunderschöne Transparent im Hintergrund und den persönlichen Ruhm, es tatsächlich in den Klub, in die erste Reihe, geschafft zu haben. Durch die Verzögerung verpasste ich natürlich Franz Ferdinand und das Feuerwerk, von welchem mir später begeistert berichtet wurde.
Mr Oizo vermochte mich nicht wirklich in Stimmung zu bringen, dafür aber die letzten Lieder von Roisin Murphy.
Dillon fand ich mit ihrer auf Niedlichkeit getrimmten Art höchst unsympathisch (Tamer von Mit am Laptop rettete ein wenig) und das Le Tigre DJ Set konnte ich aufgrund von Müdigkeit und Rückenschmerzen auch nicht mehr mitnehmen.
Also dafür das es mein erstes Melt, gar mein erster Festivalbesuch war, hatte ich ja ziemlich viel Glück, wenn ich mir die Berichte im Intro- oder Meltforum so durchlese. Jedenfalls hab ich die Zeit genossen, wobei die Begleitung der sagenhaften Royal Walchs (Man kennt sisch!) der entscheidene Faktor war. Danke!
Highlights:
+ Lightspeed Champion
+ Why?
+ Audiolith Parkplatzrave
+ Friendly Fires
+ The Whitest Boy Alive
+ Softeis
+ Darius B. (!!)
Ärgernisse:
- Wetter
- Zeltnachbarn
- Schlechtes Handynetz
- keine Steckdosen
- Shuttlebusse nachts (tagsüber wars okay. Und die Fahrer waren auch nett.)
- Die Nachbarn aus Landsberg die am Sonntag Morgen tatsächlich auf schlechten Country getrimmte Coverversionen Marke The Boss Hoss spielten. Da halfen nicht mal mehr Ohropax aus Wachs
- Nachträglich auch die Polemik, mit der das diesjährige Melt kritisiert wird
In etwa drei Wochen dann Haldern. Die streuen wenigstens Holzspäne bei Regen.

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